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Windenergie und Richtfunk: Koexistenz ist möglich.

Windenergie und Richtfunk

Nachhaltigkeit meets Resilienz

Der Ausbau der Windenergie ist politisch gewollt und gesellschaftlich notwendig auf dem Weg zur Energieunabhängigkeit. Parallel dazu wächst der Bedarf an stabilen, hochverfügbaren Kommunikationsnetzen für Krankenhäuser, Leitstellen, Behörden, Mobilfunkstandorte und KRITIS-Betreiber, die auf verlässliche Datenverbindungen angewiesen sind. Es liegt auf der Hand, dass die auf Höhe angewiesenen Techniken sich früher oder später einmal in die Quere kommen werden. 

Was passiert also, wenn neue Windenergieanlagen in Regionen geplant werden, in denen bereits Richtfunkstrecken verlaufen oder künftig benötigt werden? Gibt es hier tatsächlich Konfliktpotential? 

Die kurze Antwort darauf lautet eigentlich nein, zumindest dann nicht, wenn frühzeitig geplant wird. Aber sehen wir uns einmal die Technik im Detail an.

Richtfunk - ein systemrelevanter Baustein

Richtfunk ist kein Nischenthema, sondern ein fester Bestandteil moderner Telekommunikationsnetze. Über große Distanzen gelingt es Richtfunk, Standorte drahtlos durch die Luft, schnell, leistungsfähig und unabhängig von Tiefbau oder Kabeltrassen, zu verbinden.

 

Typische Einsatzfelder des Richtfunks sind:

  • die Vernetzung von Krankenhäusern und Leitstellen
  • Kommunikationsnetze von Bundes- und Landesbehörden
  • die Anbindung von Mobilfunkstandorten
  • redundante Verbindungen für Krisen- und Blackout-Szenarien
 

Gerade in Ausnahmesituationen zeigt sich der Wert funkbasierter Infrastruktur wie Richtfunk. Wenn Kabel beschädigt sind oder Bauarbeiten Monate dauern, kann mittels Richtfunk relativ kurzfristig eine stabile Verbindung geschaffen werden. Bei Stromausfall oder anderen Katastrophen zeigt Richtfunk seine Stärke in echten, resilienten Netzen. 

Wo Windenergieanlagen technisch eingreifen könnten

Richtfunk basiert auf einer direkten Sichtverbindung zwischen zwei Antennen. Um diese gedachte Linie herum liegt ein dreidimensionaler Ausbreitungsraum, die sogenannte erste Fresnelzone. Sie muss frei von Hindernissen bleiben, damit das Signal stabil übertragen wird.

 

Windenergieanlagen können diese Zone unter Umständen auf drei Arten beeinflussen:

 

  1. Abschattung: Turm oder Rotorblätter ragen in die Fresnelzone hinein und dämpfen das Signal.
  2. Reflexionen: Große metallische Flächen reflektieren Funkwellen. Das kann zu Mehrwegeausbreitung und Interferenzen führen.
  3. Dynamische Effekte: Bewegte Rotorblätter erzeugen zeitlich wechselnde Reflexionen, die die Verbindung instabil machen können.
 

Wichtig ist dabei die Relativierung: Richtfunk arbeitet mit vergleichsweise geringer Sendeleistung und reagiert sensibel auf Veränderungen im Ausbreitungsraum. Gleichzeitig sind die relevanten Schutzbereiche oft kleiner, als vermutet wird.

Fresnelzonen sind meist überschaubar

In der Praxis zeigt sich, dass kleine Anpassungen häufig ausreichen. Beispiele verdeutlichen die Dimension:

 

  • Eine 80-GHz-Strecke über 5 Kilometer benötigt eine maximale Fresnelzone von rund 4 Metern Durchmesser.
  • Eine 7,5-GHz-Verbindung über 60 Kilometer kommt auf etwa 50 Meter.

 

Das bedeutet, dass Standortoptimierungen im Bereich weniger Dutzend Meter bereits genügen können, um eine Richtfunktrasse dauerhaft freizuhalten. Fundamentale Projektänderungen sind in vielen Fällen nicht notwendig. Eine Abstimmung bei der Planung ist hier der Schlüssel zum Erfolg für alle Beteiligten. 

Nachhaltigkeit und Resilienz gehören zusammen

Windenergie sichert die nachhaltige Stromversorgung. Richtfunk sichert die digitale Handlungsfähigkeit. Beide Techniken sind tragende Säulen moderner Infrastruktur.

Konflikte entstehen selten aus unvereinbaren Zielen, sondern aus fehlender Abstimmung in frühen Planungsphasen. Wird die bestehende Funkinfrastruktur erst spät berücksichtigt, steigen Aufwand und Komplexität unnötig. Wer wie wir ausschließlich im lizenzierten Funk arbeitet, wird wenig Probleme mit diesem Thema haben, da die Bundesnetzagentur penibel darauf achtet, dass sich niemand in die Quere kommt. 

Wie Koexistenz in der Praxis gelingt

Erfahrungsgemäß funktionieren Parallelplanungen besonders gut, wenn:

 

  • bestehende Richtfunktrassen frühzeitig abgefragt und dokumentiert werden
  • Projektierer, Netzbetreiber und Behörden transparent kommunizieren
  • technische Prüfungen der Fresnelzone bereits in der Genehmigungsphase erfolgen
  • kleinere Standortanpassungen ernsthaft geprüft werden, bevor es Neuplanungen gibt 

 

So entstehen Lösungen, die beiden Seiten gerecht werden, ohne ideologische Fronten.

Hauptsitz der Firma LAN-COM-East in Hoppegarten bei Berlin.

ÜBER LAN-COM-East

LAN-COM-East ist Synonym für ein klassisches Familienunternehmen, das sich auf die Planung, Realisierung und den Betrieb von sicheren, privaten Netzen über Richtfunk konzentriert. 

Mit 20 Mitarbeitern am Standort Hoppegarten in der Nähe Berlins bietet das Unternehmen zuverlässige Lösungen aus einer Hand – inklusive Reparatur und Wartung. Dabei bieten wir unseren Kunden stets komplette Pakete mit RichtfunkplanungNetzplanungRouterplanung, Streckenklärung, Installation und Wartung aus einer Hand.

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