Krisensichere infrastruktur
Wenn bei Stromausfall nichts mehr geht
Anfang Januar wurde es in Teilen Berlins, insbesondere in Steglitz und Zehlendorf, von einer Sekunde auf die andere zappenduster. Kein Licht, keine Heizung und für viele Unternehmen kein Internet und daher kein Anschluss unter dieser Nummer. Hunderttausend Menschen in der Hauptstadt mussten am eigenen Leib erfahren, wie schlecht Deutschland auf Krisen und Ausnahmesituationen vorbereitet ist. Dutzende Unternehmen mussten den Betrieb auf unbestimmte Zeit einstellen.
Der flächendeckende Stromausfall im Südwesten der Hauptstadt legte Haushalte, Büros und Produktionsstätten über Tage lahm und verursachte einen wirtschaftlichen Schaden im zweistelligen Millionenbereich.
Was zunächst wie ein regionales Energieproblem wirkte, entpuppte sich schnell als Stresstest für die digitale Infrastruktur, verursacht durch einen mutmaßlich politisch motivierten Anschlag auf unzureichend geschützte kritische Infrastruktur. Unternehmen, die sich ausschließlich auf ihre Glasfaseranbindung verlassen hatten, mussten schnell feststellen, dass die Notstromversorgung der Netzbetreiber einen regulären Betrieb unmöglich machte. Nach wenigen Stunden waren die Kapazitäten der Notstromversorgung erschöpft und die Betriebe unfreiwillig ins kommunikative Mittelalter versetzt worden. Auch wer vermeintlich mit einer Mobilfunkanbindung einen „Plan B“ in der Hinterhand hatte, konnte zeitnah erleben, dass wahre Redundanz so nicht funktioniert. So sind Mobilfunkbasisstationen in der Regel zwar mit Batterien ausgestattet, diese können jedoch maximal drei bis vier Stunden überbrücken. Eindeutig zu wenig, um einen Betrieb mehrere Tage am Laufen zu halten.
Redundanz auf dem Papier reicht nicht
In unserem betrieblichen Alltag sehen wir zunehmend IT-Strategien, die mit dem Buzzword “Redundanz” hausieren gehen und in Wahrheit gar nicht so redundant und resilient sind, wie sie versprechen. Da ist die Rede vom zweiten Provider, der Nutzung alternativer Leitungs-Trassen, dem bereits erwähnten Mobilfunk Fallback oder gar von der zweiten Glasfaserleitung. Zugegeben auf den ersten Blick liest sich das in so einem Konzept erstmal gut, in der Praxis zeigt sich jedoch schnell, dass viele dieser Ansätze im wahren Krisenfall absolut unbrauchbar sind. Viele der genannten Maßnahmen hängen am gleichen Stromnetz, nutzen dieselben Verteilerpunkte oder haben einfach infrastrukturbedingt identische Schwachstellen.
Wenn der Strom länger ausfällt, sind redundante Glasfaseranbindungen oder die beliebten Mobilfunk-Fallbacks schlicht nutzlos oder stoßen schnell an ihre Grenzen. Ohne gesicherte Notstromversorgung im eigenen Gebäude, ohne eine autarke, unabhängige Standortvernetzung wird aus gut klingenden Backup-Strategien schnell nur ein Placebo, das das Gewissen beruhigt, bis es zu spät ist.
Wahre krisensichere Kommunikation beginnt deshalb nicht beim Providervertrag, sondern bei einer ehrlichen Risikoanalyse. Unternehmer und Betreiber von kritischer Infrastruktur sollten sich bei der Planung ihrer Kommunikationsinfrastruktur folgende Fragen stellen:
- Wie lange kann mein Standort ohne Zugang zum Netz arbeiten?
- Wie lange ist meine Energieversorgung gesichert?
- Kann ich im Notfall meine Verbindung über andere Standorte wieder herstellen?
- Sind meine Verbindungen wirklich physisch und infrastrukturell getrennt?
Mit Richtfunk wäre das nicht passiert
Richtfunkverbindungen sind exklusive Punkt-zu-Punkt-Verbindungen zwischen definierten Standorten. Sie funktionieren unabhängig vom öffentlichen Internet und transportieren Daten kabellos durch die Luft. Bezogen auf die Krise bedeutet das, dass zwei Unternehmensstandorte auch bei Stromausfall und ohne Internet direkt miteinander kommunizieren können, selbst wenn große Teile der Umgebung offline sind.
Voraussetzung ist natürlich auch hier eine funktionierende Stromversorgung an den eigenen Knotenpunkten. Doch genau hier liegt auch der Unterschied zu anderen Backup-Verbindungen. Wer seine Standorte mit Notstrom (USV, Aggregat) absichert, kann über Richtfunk weiterhin auf das eigene Rechenzentrum zugreifen, Produktionsdaten synchronisieren oder kritische Anwendungen betreiben, ohne den Umweg über öffentliche Netze nehmen zu müssen. Keine Überbuchung, keine geteilte Bandbreite.
Im Berliner Blackout hätte das konkret bedeutet:
- Die Verbindung zwischen zwei Unternehmensstandorten wäre bestehen geblieben.
- Der Zugriff auf ein extern angebundenes, aber separat versorgtes Rechenzentrum wäre weiterhin möglich gewesen.
- Interne Kommunikationssysteme wären regulär weitergelaufen.
- Der wirtschaftliche Schaden hätte begrenzt werden können.
- Bei Anbindung an einen Externen Knotenpunkt, hätte auch eine Internetverbindung aufrechterhalten werden können
In der Krise autark zu sein, ist der wahre Game-Changer und der Inbegriff von Resilienz. Keine Abhängigkeit von Mobilfunkzellen mit begrenzter Batterielaufzeit, keine Wartezeit auf die Wiederinbetriebnahme externer Netzknoten, sondern volle Kontrolle und absolute Unabhängigkeit.
Was sollten Unternehmen jetzt unbedingt tun?
Der Berliner Stromausfall ist glimpflich ausgegangen und sollte nun wirklich bei jedem Unternehmer und Betreiber kritischer Infrastruktur als Warnung verstanden werden.
Prüfen Sie jetzt umgehend:
- Gibt es eine zeitgemäße Notstromstrategie für Ihre Serverräume und Netzwerkkomponenten?
- Sind Ihre Standorte untereinander direkt und internetunabhängig vernetzt?
- Existiert eine physisch getrennte, unabhängige Kommunikationsstrecke?
Die Kombination aus gesicherter Energieversorgung und unabhängiger Funkstrecke verschafft Ihnen im Ernstfall echte Handlungsfähigkeit. Eine krisensichere Kommunikationsinfrastruktur ist kein Projekt für später und kein Luxus für irgendwann.
Gerne unterstützen wir Sie fachkundig bei der Planung und Umsetzung Ihrer krisensicheren Kommunikationsinfrastruktur.
ÜBER LAN-COM-East
LAN-COM-East ist Synonym für ein klassisches Familienunternehmen, das sich auf die Planung, Realisierung und den Betrieb von sicheren, privaten Netzen über Richtfunk konzentriert.
Mit 20 Mitarbeitern am Standort Hoppegarten in der Nähe Berlins bietet das Unternehmen zuverlässige Lösungen aus einer Hand – inklusive Reparatur und Wartung. Dabei bieten wir unseren Kunden stets komplette Pakete mit Richtfunkplanung, Netzplanung, Routerplanung, Streckenklärung, Installation und Wartung aus einer Hand.
Weitere Themen
So geht krisensicher
Kleiner Stromausfall große Wirkung. Wie wir uns im digitalen Zeitalter mit erprobter Technik adäquat für den Ernstfall vorbereiten.
Read More5G Campusnetze
Mit 5G Campusnetzen erweitert LAN-COM-East in Kooperation mit der CampusGenius GmbH sein Produktprotfolio. Jetzt mehr erfahren!
Read MoreDark Fibre vs Richtfunk
Im ländlichen Raum sieht es schwarz aus für Dark Fibre. Wieso Richtfunk eine tolle Alternative ist, erfahren Sie hier.
Read More